Die Bindungsanalyse findet vor der Geburt statt. Sie als Schwangere oder auch beide Elternteile bekommen dabei die Möglichkeit, mit Ihrem Baby in Kontakt zu treten. So kann schon vor der Geburt eine intensive Beziehung entstehen.
Der Kontakt findet im Liegen statt. Zu Beginn der Bindungsanalyse spüren Sie zunächst eigene körperliche und emotionale Empfindungen. Durch diesen Kontakt zu Ihren eigenen Empfindungen ist es möglich die Signale des Babys wahrzunehmen. Diese Signale werden sich als Gefühle, Bilder, Phantasien, Farben oder Gedanken darstellen, auf die sowohl Sie als auch Ihr Baby zugreifen können. Durch diese Kommunikation eröffnet sich ein Kontaktraum zwischen Ihrem Baby und Ihnen. So wird ein Dialog möglich.
Durch diesen Kontakt kann Ihr Baby im Mutterleib optimal seine Persönlichkeit entwickeln und auch Selbstwert und Vertrauen können wachsen.
Ich, als Bindungsanalytikerin, begleite Sie bei dieser Kontaktaufnahme und gebe Anregungen und ermutige Sie, bei eventuellen Hindernissen. Auch werden wir gemeinsam über das Erlebte sprechen und dieses zusammen einordnen.
Sie können mit der Bindungsanalyse schon in der Frühschwangerschaft beginnen. Idealerweise starten wir um die 18. bis 20. Schwangerschaftswoche.
Scheuen Sie sich aber nicht, bis zur 25. Schwangerschaftswoche oder bei Bedarf auch später noch mit der Bindungsanalyse zu starten.
Auch der Vater des Babys ist bei den Bindungsanalyse-Stunden willkommen.
Zuerst lernen wir uns in einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerngespräch kennen. Die Bindungsanalyse lebt auch von einem guten Verhältnis zwischen der Schwangeren und der Bindungsanalytikerin.
Wenn wir uns beide entscheiden zusammenzuarbeiten starten wir mit der Bindungsanalyse.
Die Bindungsanalyse besteht aus drei Phasen:
Die Anamnese
In den ersten Stunden werden wir die Anamnese durchlaufen. Dort werde ich dir verschiedene Fragen stellen. Es geht dabei um wichtige Ereignisse in deinem Leben und gegebenenfalls auch in dem Leben deines Partners. Dabei schauen wir besonders auf die eigene frühe Lebenszeit vor und nach der Geburt.
Wir schauen auch auf die aktuelle Lebenssituation und eventuelle Ängste und Sorgen.
Die Babystunden
Nach der Anamnese folgen die Babystunden. Dies wird den größten Zeitraum in Anspruch nehmen. Wir sehen uns dazu einmal die Woche, am besten immer zur gleichen Zeit. Um entspannt Kontakt zu deinem Baby zu finden, finden die Babystunden im Liegen statt. So ist es einfacher möglich sich auf die Wahrnehmung der Signale des Babys zu konzentrieren.
In den ersten Babystunden nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Körper. Sie folgen Ihren Empfindungen und spüren diesen nach. Indem Sie die Verbindung mit sich selbst stärken, stärken Sie Ihr Vertrauen in Ihren Körper und das Vertrauen in Ihr Baby.
Die Abschlussphase
In den letzten Wochen der Schwangerschaft liegt der Fokus der Bindungsanalyse auf den Übergang zur Geburt.
Für dich und das Baby, sowie auch den Vater ist die Geburt eine große Veränderung. Diese Veränderung kann mit starken Emotionen verbunden sein.
In den Abschlussstunden sehen wir uns häufiger um Sie und das Baby auf die Geburt vorzubereiten. Es ist ein Abschied von der Schwangerschaft und der exklusiven Verbindung hin in ein neues Leben für Sie und eine neue Welt für das Baby. Wir gehen auf die Gefühle aller Familienmitglieder ein, die an dem Prozess teilhaben.
Nach der Geburt
Nach der Geburt können wir uns nochmals treffen um die Geburt nachzubesprechen. Dies ist häufig hilfreich für die Reflexion und gegebenenfalls weitere Geburten.
Jede Schwangere kann eine Bindungsanalyse durchführen und diese exklusive Verbindung, die ein Leben lang hält, aufbauen.
Besonders empfehlenswert ist die Bindungsanalyse für Sie und Ihre Baby, wenn …
- Sie schon früh den Wunsch haben, in intensiven Kontakt mit Ihrem Baby zu kommen.
- Sie Ängste und Sorgen bezüglich der Geburt oder des Babys haben.
- Sie gestresst sind oder sich anderweitig belastet fühlen.
- Sie in früheren Schwangerschaften oder zu einem anderen Zeitpunkt Depressionen erlebt haben.
- Sie eine vorherige Geburt oder Schwangerschaft traumatisch erlebt haben.
- in einer früheren Schwangerschaft Ihr Baby zu früh zur Welt kam.
- Sie in der Vergangenheit Fehlgeburt(en) hatten.
- Ihre Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft gilt oder ihr Baby eine Krankheitsdiagnose bekommen hat.
- Sie eine Kinderwunschbehandlung hatten.
Im Zusammenhang mit der Bindungsanalyse konnten häufig positive Effekte beobachtet werden.
Wichtig ist, dass nicht alle Frauen und Familien alle diese Erfahrungen machen. Da Babys und Frauen sehr unterschiedlich sind zeigen sich auch unterschiedliche Effekte.
Leider ist die Bindungsanalyse keine Garantie- jedoch eine große Chance.
- Da die Mutter sich gut auf das Baby einstimmen kann, gewinnt sie ein größeres Vertrauen in sich selbst und die physiologischen Abläufe. Dies sind die Grundvoraussetzungen für eine selbstbestimmte Geburt.
- Oft weniger Ängste vor der Geburt und dadurch auch gegebenenfalls weniger Schmerzen.
- Die Notwendigkeit für geburtshilfliche Eingriffe ist nach der Bindungsanalyse reduziert. Dadurch ergibt sich eine größere Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Geburt (Kaiserschnittrate ca 18% im Vergleich zu durchschnittlich 32%)
- Weniger Frühgeburtlichkeit (etwa 1% statt durchschnittlich 8%)
- Die geringere geburtstraumatische Belastung äußert sich auch in seltenerem Schreien der Babys. Sie sind aufmerksamer und öffnen sich leichter. Es gelingt ihnen oft leicher, sich auf den Tag-Nacht-Rhythmus einzustimmen.
- Der Umgang der Mutter mit den Babys ist intuitiver und sicherer, die Verständigung scheint einfacher.
- Postpartale Depressionen sind selten. (1% statt durchschnittlich 10 – 15%)
Die Kosten sind häufig sehr unterschiedlich. Ich biete die erste Kennenlernstunde kostenlos an, da ich ein gutes Verhältnis für wichtig erachte.
Da ich noch in Ausbildung bin und für meine Zertifizierung zwei Schwangere begleiten muss, biete ich die Bindungsanalyse mit 40 € pro Sitzung an.
Eine Sitzung dauert 45 Minuten.
Beispielrechnung:
Wenn wir in der 20 Woche beginnen, sehen wir uns bis zur Abschlussphase einmal die Woche. Die Abschlussphase beginnt in der 36. Wochen. Also sehen wir uns in dieser Zeit ca. 16 Sitzungen. Die Abschlussphase besteht aus 9 Sitzungen, die innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden. Eine Sitzung davon machen Sie zuhause.
Die anderen 8 Sitzungen führen wir gemeinsam durch.
16 Sitzungen Anamnese und Babystunden
+ 8 Sitzungen Abschlussphase
= 24 Sitzungen
Diese 24 Sitzungen zu einem Stundensatz von 40 € ergeben 960 €.
Meistens reduziert sich dieser Satz, da wir auch im Urlaub sind und dadurch Sitzungen ausfallen.
Im ersten Moment scheint dies viel Geld zu sein. Doch wenn man es mit der Anschaffung eines Kinderwagens vergleicht, ist der Benefit bei der Bindungsanalyse deutlich höher. Sie investieren hier in eine lebenslang gute Bindung zu Ihrem Kind.
Auch muss man beachten, dass dieser Betrag über einen längeren Zeitraum verteilt zu bezahlen ist.
Trotzdem möchte ich den Betrag transparent nennen, denn keiner möchte Überraschungen erleben.
Die Geschichte der Bindungsanalyse nahm ihren Anfang in den frühen 1990er Jahren, als Jenö Raffai in Budapest bei seiner psychotherapeutischen Arbeit mit Jugendlichen erkannte, wie bedeutsam die Qualität der vorgeburtlichen Beziehung für die spätere Entwicklung ist. Aufgrund dieser Einsicht entwickelte er zusammen mit seinem Lehranalytiker György Hidas mit der Bindungsanalyse eine Methode zur Förderung und Verbesserung der vorgeburtlichen Mutter-Kind-Beziehung.
In den eigenen Betreuungen Raffais und Hidas´ sowie den Begleitungen ihrer Schüler*innen und den hunderten seit dem in Europa und auch USA durchgeführten Bindungsanalysen zeigten sich die beeindruckenden positiven Wirkungen dieser Methode auf Schwangerschaft, Geburt und die gesunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.
Heute heißt diese Begleitung offiziell „Bindungsanalyse nach Hidas & Raffai (R)“ oder „Vorgeburtliche Beziehungsförderung“ und ist urheberrechtlich geschützt.